Abdu´l-Bahá

‘Abdu’l-Bahá war der älteste Sohn Bahá’u’lláhs, des Stifters des Bahá’í-Glaubens. ‘Abdu’l-Bahá („Diener der Herrlichkeit Gottes“), mit bürgerlichen Namen Abbas Effendi, wurde am 23. Mai 1844 in Teheran, im heutigen Iran, geboren. In genau jener Nacht, als der Bab, der Herold des Baha´i Glaubens, Seine Botschaft erstmals kundtat, der Verheißene zu sein, Der die Menschheit nun, am Beginn eines Neuen Zeitalters, auf das baldige Kommen Baha‘u‘llahs vorbereitete.

Seit Seinem 9. Lebensjahr begleitete 'Abdu'l-Bahá Seinen Vater auf dessen gesamten Verbannungsweg. Er wuchs zu einer unersetzlichen Stütze Seines Vaters heran. Nach zeitgenössischen Berichten beeindruckte Seine Persönlichkeit jeden, der Ihm begegnete. Die Einwohner ‘Akkás staunten über seine tatkräftige Einsatzbereitschaft für Arme und Kranke und priesen seine außergewöhnliche Hilfsbereitschaft.

Als Bahá’u‘lláh 1892 starb, war ‘Abdu’l-Bahá immer noch ein Gefangener des osmanischen Reiches. Bahá'u'lláh vertraute Ihm in Seinem Testament die Führung der Gemeinde an und ernannte Ihn zum autorisierten Ausleger Seiner Schriften.

Zudem rief Bahá’u’lláh alle Gläubigen dazu auf, nach Seinem Tod ‘Abdu’l-Bahá als vollkommenem Vorbild zu folgen und in Ihm ein vollkommenes Beispiel für hingebungsvolle Nächstenliebe und Beispiel am unermüdlichen Dienst für die Menschheit zu sehen.

‘Abdu’l-Bahás außergewöhnliche Charaktereigenschaften, Sein Wissen und Sein Einsatz für alle Menschen boten ein anschauliches Beispiel der praktischen Umsetzung von Bahá’u’lláhs Lehren und verhalfen der weltweit wachsenden Gemeinde zu Ansehen.

 

Beinahe Sein gesamtes Leben verbrachte 'Abdu'l-Bahá in Gefangenschaft. Erst 1908, im Alter von 64 Jahren, erlangte Er durch die jungtürkische Revolution Seine Freiheit. Trotz Seines fortgeschrittenen Alters und Seiner durch die Haft geschwächten Gesundheit unternahm 'Abdu'l-Bahá von 1911 bis 1913 eine Reise durch Europa und Amerika, um die Lehren Bahá'u'lláhs im Westen vorzustellen und den noch jungen Bahá'í-Gemeinden Führung zu geben. Er traf mit Menschen aller gesellschaftlichen Schichten zusammen: mit bedeutenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, mit Klerikern, Wissenschaftlern, Künstlern, Schriftstellern und Journalisten – aber auch mit Obdachlosen und Bettlern.

In zahllosen Treffen und Vorträgen erläuterte Er Seinen Zuhörern die wesentlichen Prinzipien des Glaubens und die Früchte der Offenbarung Bahá'u'lláhs. Er betonte die Einzigkeit Gottes und die Einheit aller Religionen, sprach von der Einheit der Menschheit in der Vielfalt und betonte die gelebte Gleichberechtigung der Geschlechter als Voraussetzung für Frieden und Fortschritt der Menschheit.
Er erläuterte die wichtigsten Grundsätze der Bahá’í-Religion, darunter den Abbau von Vorurteilen jeglicher Art,  die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Religion und die eigenständige Suche nach Wahrheit statt dem blinden Folgen von Traditionen.

Immer wieder betonte ‘Abdu’l-Bahá, wie wichtig der Ausgleich zwischen Reichtum und Armut sei sowie die Integration von Minderheiten und die universelle Erziehung und Bildung für Jungen und Mädchen. Dadurch würden alle Menschen zur selbständigen Erforschung der Wirklichkeit befähigt werden – unbehindert von Fesseln alter Dogmen.

 

Eines Tages wurde ‘Abdu’l-Bahá in London von einem Besucher gefragt:

„Wird diese unglückliche Welt jemals glücklich sein?"
‘Abdu’l-Bahá antwortete: „Es ist fast 2000 Jahre her, dass der Herr, Jesus Christus, euch folgendes Gebet lehrte: ,Dein Reich komme, Dein Wille geschehe im Himmel wie auf Erden.' Meinst du, Er hätte euch aufgetragen für etwas zu beten, das nie eintreffen wird? Dieses Gebet ist auch eine Prophezeiung.“
Der Besucher fragte: „Aber ‘Abdu’l-Bahá, wann wird das Königreich kommen; wie bald wird Sein Wille auf Erden geschehen, so wie er im Himmel geschieht?''
„Das hängt davon ab", sagte ‘Abdu’l-Bahá, „wie hart jeder von euch Tag und Nacht der Sache Gottes dient. Ihr seid wie Fackeln, die ich mit eigener Hand angezündet habe.

Geht und zündet andere an, damit all die einsamen, wartenden Menschen in großer Einigkeit verbunden sind.
Alle, die alleine etwas tun, gleichen Ameisen, aber weil sie vereint sind, werden sie wie Adler sein. Alle, die alleine arbeiten, sind wie Tropfen. Aber wenn sie sich vereinigen, sind sie wie ein Fluß, der das reine Wasser des Lebens in die abgelegenen Teile der Welt führt. Wenn der große Fluß des Lebens wie eine Flut wird, werden alles Elend, aller Kummer und alle Sorge weggespült. Seid einig! Seid einig! Es ist gefährlich, nur ein Tropfen zu sein,

denn der könnte weggespült werden oder vertrocknen.“

 

 

O ihr Geliebten des Herrn!

In dieser heiligen Sendung ist keinerlei Streit und Zank gestattet.

Jeder Angreifer beraubt sich der Gnade Gottes. Jeder hat die Pflicht, allen Völkern und Geschlechtern der Welt, ob Freunde oder Fremde, reinste Liebe, redlichstes Verhalten, Offenheit und aufrichtiges Wohlwollen entgegenzubringen.

So stark muß der Geist gütiger Liebe sein, daß sich der Fremde als Freund, der Feind als wahrer Bruder fühlt und keinerlei Unterschied zwischen ihnen besteht; denn alles Umfassende ist von Gott, alle Grenzen sind irdisch. So muß der Mensch danach streben,  daß sein Wesen Tugenden und Vollkommenheiten offenbart, deren Licht auf jedermann strahlt.

Der Sonne Licht erleuchtet die ganze Welt, die Gnadenschauer göttlicher Vorsehung

ergießen sich auf alle Menschen.

 

1920 wurde Er in Anerkennung der von Ihm geleisteten humanitären Hilfe in den Kriegsjahren zum Ritter des Britischen Empire geschlagen. Obwohl ´Abdu'l-Bahá von solchen Ehrenbezeigungen für sich selbst nichts wissen wollte, nahm Er sie doch an, um dem Gouverneur eine Freude zu bereiten.

Den Ihm verliehenen Titel ,Sir 'Abbas Effendi' hat ´Abdu'l-Bahá niemals benutzt.

Er war und blieb einfach "der Meister" oder ´Abdu'l-Bahá (arabisch: „Diener der Herrlichkeit Gottes“).

 

 

»Mein Name ist ‘Abdu’l-Bahá. Meine Auszeichnung ist ‘Abdu’l-Bahá. Meine Wirklichkeit ist ‘Abdu’l-Bahá.

Mein Ruhm ist ‘Abdu’l-Bahá. Unterwerfung unter die Gesegnete Vollkommenheit ist meine köstliche und strahlende Krone und Dienst am ganzen Menschengeschlecht meine immerwährende Religion …

Kein anderer Name, kein Titel, keine Erwähnung, keine Empfehlung ist mir eigen, noch will ich sie je zu eigen haben denn nur ‘Abdu’l-Bahá. Das ist mein Wunsch. Das ist meine größte Sehnsucht. Das ist mein ewiges Leben.

Das ist meine nie vergehende Ehre!«

 

 

Am Ende Seiner anstrengenden Reisen in den Westen, die Ihn den letzten Rest Seiner schwindenden Kraft gekostet hatten, schrieb Er: »Freunde, die Zeit naht, da ich nicht mehr bei euch sein werde. Ich habe getan, was getan werden konnte. Ich habe der Sache Bahá’u’lláhs mit all meinen Kräften gedient.

Ich habe alle Jahre meines Lebens Tag und Nacht hart gearbeitet. O, wie sehne Ich mich danach, dass die Gläubigen die Verantwortung für die Sache auf ihre Schultern nehmen. …

Denkt stets daran, dass Ich immer bei euch sein werde, ob Ich auf Erden weile oder nicht.«

Shogi Effendi, Gott geht vorüber

 

Am 28. November 1921 verstarb Er im Alter von 77 Jahren nach einem langen, aufopferungsvollen Leben in Haifa.

Die Nachricht von Seinem plötzlichen, unerwarteten Hinscheiden verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt, wurde im Nu bis in den letzten Winkel der Erde telegraphiert und stürzte die Gemeinde der Gläubigen in Ost und West in tiefe Trauer. Botschaften kamen von fern und nah, von hoch und niedrig, als Telegramm oder Brief, und bekundeten gegenüber den Mitgliedern der leiderfüllten, untröstlichen Familie Lobpreis, Ergebenheit, Betroffenheit und Mitgefühl.

Am Begräbnis selbst, das am Dienstagmorgen stattfand – ein Begräbnis, wie es Palästina nie zuvor gesehen hatte –, nahmen mindestens zehntausend Menschen teil aus allen Schichten, Religionen und Volksgruppen des Landes.  …  Der Sarg mit den sterblichen Überresten ‘Abdu’l-Bahás wurde auf den Schultern Seiner Geliebten zu seiner letzten Ruhestätte getragen. Der Leichenzug wurde von der Stadtpolizei als Ehrengarde angeführt, anschließend folgten der Reihe nach die Pfadfinder der muslimischen und der christlichen Gemeinden mit ihren Fahnen, dann eine Schar muslimischer Chorsänger, die Verse aus dem Qur’án sangen, die Leiter der muslimischen Gemeinde unter der Führung des Muftí, und mehrere Priester der katholischen, der orthodoxen und der anglikanischen Kirche. Hinter dem Sarg gingen die Mitglieder Seiner Familie, der britische Hochkommissar Sir Herbert Samuel, der Gouverneur von Jerusalem Sir Ronald Storrs, der Gouverneur von Phönizien Sir Steward Symes, Regierungsbeamte, in Haifa residierende Konsuln verschiedener Länder, Prominente aus Palästina, Muslime, Juden, Christen und Drusen, Ägypter, Griechen, Türken, Araber, Kurden, Europäer und Amerikaner, Männer, Frauen und Kinder. Unter den Klagen und dem Schluchzen vieler kummerbeladener Herzen bewegte sich der lange Trauerzug langsam den Hang des Karmel hinauf zum Grabmal des Báb.  … Der Sarg wurde in einen Raum des Schreins gebracht und dort ehrerbietig und unter Tränen zu seinem letzten Ruheplatz hinuntergelassen – in eine Gruft, neben der die Gebeine des Báb zur Ruhe gebettet worden waren.

 

 

Einer der anwesenden Gäste, der Gouverneur von Phönizien, ehrte ‘Abdu’l-Bahás Andenken mit folgenden Worten:

»Ich glaube, die meisten von uns haben ein klares Bild von

Sir ‘Abdu’l-Bahá ‘Abbás vor Augen:

Seine würdevolle Gestalt, wie sie gedankenvoll durch unsere Straßen geht, Seine höfliche, gütige Art, Seine Freundlichkeit, Seine Liebe zu kleinen Kindern und zu Blumen, Seine Freigebigkeit und Fürsorge für die Armen und Leidenden. So bescheiden war Er und so einfach, dass man in Seiner Gegenwart fast vergaß,

dass Er auch ein großer Lehrer war und

dass Seine Schriften und Gespräche Hunderten und Tausenden von Menschen in Ost und West Trost und Erleuchtung gebracht haben.«

Shogi Effendi, Gott geht vorüber

 

 

O Gott!

Führe mich, beschütze mich, erleuchte die Lampe meines Herzens und mache mich zu einem strahlenden Stern.

Du bist mächtig und stark.

‘Abdu’l-Bahá

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