EIN NEUES ZEITALTER

Innig geliebte Freunde! Obgleich die Offenbarung Bahá'u'lláhs geschehen ist, ist doch die Weltordnung, die eine solche Offenbarung zeugen muß, noch ungeboren.


Für die Offenbarung einer so großen Gunst scheint eine Übergangszeit schlimmer Unruhen und weitverbreiteter Leiden unausweichlich. So glänzend das Zeitalter war, das den Beginn der Bahá'u'lláh anvertrauten Sendung miterlebte, wird doch in wachsendem Maße offenkundig, darf die Zeitspanne, die zu verstreichen hat, ehe jenes Zeitalter seine köstlichste Frucht trägt, von sittlicher und gesellschaftspolitischer Finsternis überschattet sein muß, weil nur so eine unbußfertige Menschheit auf das reiche Erbe vorbereitet wird, das sie antreten soll.

In eine solche Übergangszeit gleiten wir jetzt stetig und unwiderstehlich hinein. Inmitten der Schatten, die sich immer dichter um uns scharen, können wir am Horizont der Weltgeschichte schwach den ersten Schimmer von Bahá'u'lláhs überirdischer Herrschaft erkennen.

So undurchdringlich das Düster ist, das die Welt bereits umgibt, ist doch das Gottesgericht, das diese Welt erwartet, erst in Vorbereitung, und keiner kann sich bereits vorstellen, wie finster es werden wird. Wir stehen an der Schwelle eines Zeitalters, dessen Zuckungen zugleich die Todesqualen der alten Ordnung und die Geburtswehen der neuen künden. Durch den zeugenden Einfluß des von Bahá'u'lláh gestifteten Glaubens ist, so kann man sagen, diese neue Weltordnung empfangen worden. Wir können gegenwärtig ihre Bewegungen im Mutterleib eines kreißenden Zeitalters wahrnehmen - eines Zeitalters, das auf die festgesetzte Stunde wartet, in der es seine Last abwerfen und seine schönste Frucht erbringen kann.

»Die ganze Erde«, schreibt Bahá'u'lláh, »ist jetzt in einem Zustand der Trächtigkeit. Der Tag naht heran, da sie ihre edelsten Früchte zeitigt, da ihr die stattlichsten Bäume, die köstlichsten Blüten, die himmlischsten Segnungen entsprießen. Unermeßlich erhaben ist der Hauch, der dem Gewande deines Herrn, des Gepriesenen, entströmt. Denn siehe, Sein Duft ist verbreitet und macht alle Dinge neu. Wohl dem, der begreift.« »Die brausenden Winde der göttlichen Gnade«, verkündet Er in der Súratu'l-Haykal, »sind über alle Dinge gekommen. Jedes Geschöpf ist mit all den Möglichkeiten, die es tragen kann, ausgestattet worden. Und doch haben die Völker der Welt diese Gnade abgelehnt! Jeder Baum ist mit den erlesensten Früchten begabt, jedes Meer mit den leuchtendsten Edelsteinen bereichert worden. Der Mensch selbst wurde mit den Gaben des Verständnisses und der Erkenntnis belehnt. Die ganze Schöpfung ist zur Empfängerin geworden für die Offenbarung des Allbarmherzigen, und die Erde zur Schatzkammer für solche Dinge, die unerforschlich sind für alle außer Gott, der Wahrheit, dem Wissenden um das Ungeschaute. Die Zeit naht, da alles Erschaffene seine Last abwirft. Verherrlicht sei Gott, der Verleiher dieser Gnade, die alles umfaßt, das Sichtbare wie das Unsichtbare!«

»Als der Ruf Gottes erhoben ward«, so hat 'Abdu'l-Bahá geschrieben, »hauchte er dem Körper der Menschheit neues Leben ein und goß einen neuen Geist in die ganze Schöpfung. Aus diesem Grunde ist die Welt bis in ihre Tiefen bewegt, Herz und Gewissen der Menschen sind erfrischt. Binnen kurzem werden die Zeichen dieser Wiedergeburt offenbar, die tief Schlafenden werden erweckt.«
 

Shogi Effendi,  Die Weltordnung Baha’ullahs

 

Zur Zeit Jesu ergoss sich das Licht von Ost nach West, führte die Menschen unter einem Himmelsbanner zusammen und erleuchtete sie mit himmlischer Erkenntnis. Das Licht Christi entflammte die westlichen Länder. Möge in diesem fortgeschrittenen Zeitlter das göttliche Licht die Welt so erhellen, dass alle sich um das Banner der Einheit scharen und geistig erzogen werden. Darum bete ich inständig.
Dann werden die Probleme, die unter den Völkern der Erde Streit auslösen, verschwunden sein, weil es sie an sich nicht gibt. Ihr seid alle die Wogen eines Meeres, die Spiegel einer Lichtquelle.

Abu´l-Baha

 

Dies ist ein neuer Zyklus menschlicher Macht. Alle Horizonte der Welt sind erleuchtet, und die Welt wird wahrhaftig wie ein Garten und ein Paradies werden. Es ist die Stunde der Einheit für die Menschenkinder, die Stunde, in der alle Rassen und alle Klassen zueinander finden. Ihr seid von überlieferten abergläubischen Vorstellungen befreit, die die Menschen im Stande der Unwissenheit gehalten und die Grundlagen wahrer Menschlichkeit zerstört haben.
Die Gabe Gottes an dieses erleuchtete Zeitalter ist die Erkenntnis der Einheit der Menschheit und der grundlegenden Einheit der Religion. Der Krieg zwischen den Nationen wird aufhören, und durch den Willen Gottes wird der Größte
Frieden kommen; die Welt wird als eine neue Welt gesehen werden, und alle Menschen werden wie Brüder leben.

Abdu´l-Baha in London

 

So, wie die organische Entwicklung der Menschheit langsam und stufenweise vor sich gegangen ist und nacheinander die Einigung der Familie, des Stammes, des Stadtstaates und der Nation in sich schloß, so ist das durch die Gottesoffenbarung gewährte Licht auf den verschiedenen Entwicklungsstufen der Religion, das sich in den aufeinanderfolgenden Sendungen der Vergangenheit widerspiegelt, langsam und fortschreitend gewesen. Tatsächlich ist das Maß göttlicher Offenbarung in jedem Zeitalter dem Grade sozialen Fortschrittes angepaßt und entsprechend gewesen, der in jenem Zeitalter von einer stetig sich entwickelnden Menschheit erreicht worden war.

 

Das Ziel Bahá'u'lláhs, des Gottesoffenbarers dieses neuen und großen Zeitalters, in das die Menschheit eingetreten ist - sein Kommen erfüllt die Prophezeiungen des Neuen und Alten Testamentes wie auch des Qur'án (Korans), die sich auf das Erscheinen des Verheißenen am Ende der Zeiten, am Tage des Gerichts beziehen - ist nicht die Aufhebung, sondern die Erfüllung der Offenbarungen der Vergangenheit. Er bringt die Versöhnung, nicht die Betonung der Gegensätze der sich streitenden Glaubensbekenntnisse, welche die heutige Menschheit noch zerreißen.

Bahá'u'lláh ist weit davon entfernt, die Stufe der Ihm vorausgegangenen Gottesoffenbarer herabsetzen oder Ihre Lehren schmälern zu wollen. Vielmehr will Er die Grundwahrheiten, die in allen diesen Lehren liegen, in einer Weise neu darlegen, wie sie den Nöten der Menschheit entspricht, auf ihre Fassungskraß abgestimmt ist und auf Fragen, Leiden und Verwirrungen der Zeit, in der wir leben, angewendet werden kann.

Seine Sendung ist zu verkünden, daß die Zeiten der Kindheit und Unreife des Menschengeschlechtes vorüber sind, daß die Erschütterungen der heutigen Stufe der Jugend langsam und schmerzvoll die Stufe der Reife vorbereiten und das Nahen jener Zeit der Zeiten verkünden, da die Schwerter in Pflugscharen umgewandelt werden, das von Jesus Christus verheißene Reich begründet und der Friede auf diesem Planeten endgültig und dauernd gesichert sein wird.
Shogi Effendi

 

"Alle erschaffenen Dinge", hat 'Abdu'l-Bahá, diese Wahrheit erläuternd, bestätigt, "haben ihren Grad oder ihre Stufe der Reife. Die Zeit der Reife im Leben eines Baumes ist die Zeit, da er Fruchte trägt ... Das Tier erreicht eine Stufe vollen Wachstums und der Vollkommenheit, und im Menschenreich gelangt der Mensch zur Reife, wenn das Licht seines Verstandes seine größte Macht und Entwicklung erreicht .., ähnlich gibt es Zeiten und Stufen im gemeinsamen Leben der Menschheit. Einmal durchwanderte sie ihre Kindheitsstufe, späterhin ihre Jugendzeit, aber jetzt ist sie in ihre lange vorhergesagte Reifezeit eingetreten, deren Beweise überall in Erscheinung treten ... Was den Bedürfnissen des Menschen in seiner früheren Geschichte angemessen war, ist weder passend noch genügend für die Erfordernisse des heutigen Tages, dieser Zeit des Neuen, der Vollendung. Die Menschheit hat sich aus der einstigen Stufe der Beschränkung und der Vorerziehung erhoben. Der Mensch muß mit neuen Tugenden und Kräften, neuen sittlichen Maßstäben und Fähigkeiten erfüllt werden. Neue Wohltaten und vollkommene Gaben warten auf ihn und senken sich schon auf ihn herab. Die Gaben und Segnungen der Jugendzeit, wenngleich passend und genügend während des Heranwachsens der Menschheit, sind jetzt nicht imstande, den Erfordernissen ihrer Reifezeit zu entsprechen." "In jeder Sendung", hat Er weiter geschrieben, "wurde das Licht göttlicher Führung im Brennpunkt einer Hauptaufgabe gesammelt ... In dieser wunderbaren Offenbarung, diesem glorreichen Jahrhundert, ist die Grundluge der Religion Gottes und das untersleidende Merkmal Seines Gesetzes das Bewußtsein der Einheit der Menschheit."

 

 

Abdu’l-Bahá erläuterte diese Grundwahrheit und schrieb:

»Alles Erschaffene hat seinen Grad oder seine Stufe der Reife. … Ähnlich gibt es Abschnitte und Stufen im Gesellschaftsleben der Menschheit. Einmal durchwanderte sie ihre Kindheit, späterhin ihre Jugendzeit, aber jetzt ist sie in ihre lange verheißene Reifezeit eingetreten, deren Beweise überall offenkundig sind … Was den menschlichen Bedürfnissen in der Frühgeschichte unseres Geschlechts angemessen war, ist weder passend noch genügend für die Erfordernisse des heutigen Tages, dieser Zeit des Neuen und der Vollendung. Die Menschheit hat sich aus ihrem früheren Zustand der Begrenztheit und der Vorerziehung erhoben. Jetzt muss der Mensch mit neuen Tugenden und Kräften, mit neuen sittlichen Maßstäben, mit neuen Fähigkeiten erfüllt werden. Neue Wohltaten, vollkommene Gaben, warten auf ihn und senken sich schon auf ihn herab. Die Gaben und Segnungen der Jugendzeit, wenngleich sie während des Heranwachsens der Menschheit passten und genügten, sind nunmehr außerstande, den Erfordernissen ihrer Reifezeit zu entsprechen.«

(Shoghi Effendi, 'Die WeltordnungBahá’u’lláhs')

 

»Wie der Leib des Menschen eines Gewandes bedarf, sich zu kleiden, so muss der Menschheit Leib mit dem Mantel der Gerechtigkeit und Weisheit geschmückt sein. Ihr Prachtgewand ist die Offenbarung, die Gott ihr gewährt hat. Wann immer dieses Gewand seinen Zweck erfüllt hat, wird der Allmächtige es gewiss erneuern. Denn eine jede Zeit erfordert ein neues Maß des göttlichen Lichtes. Jede göttliche Offenbarung wurde so herabgesandt, wie sie den Verhältnissen des Zeitalters entsprach, in dem sie erschienen ist.«

(Bahá’u’lláh, 'Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs')

 

 

In der Tat führte Bahá'u'lláhs Kommen die Welt in ein neues Zeitalter und ermöglichte eine völlig neue Beziehung zwischen der Menschheit und ihrem allhöchsten Schöpfer. Die Wesensmerkmale dieser Beziehung sind in dem Bunde zusammengefaßt, der mit Seinem Hinscheiden vor einem Jahrhundert begann. Seine geistige Dynamik, seine Bindekraft, seine vereinenden Grundsätze und praktisch-institutionellen Vorkehrungen sind ein Muster für die Heilung der Krankheiten unserer zertrümmerten Gesellschaften und unserer mangelhaften Sozialsysteme. Bahá'u'lláhs Bund gibt der wechselvollen Menschheitsgeschichte neuen Sinn; er verleiht dem menschlichen Streben frischen Antrieb. Sein durchdringender Einfluß trifft das Durcheinander der menschlichen Angelegenheiten mitten ins Herz und treibt den immer schnelleren Übergang von der alten Ordnung zu der von Bahá'u'lláh geschauten neuen Weltordnung voran. "Bald," schreibt Er, "wird die heutige Ordnung aufgerollt und eine neue an ihrer Statt entfaltet werden."² Und Er erläutert dazu: "Die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten durch die Schwungkraft dieser größten, dieser neuen Weltordnung. Das geregelte Leben der Menschheit ist aufgewühlt durch das Wirken dieses einzigartigen, dieses wundersamen Systems, desgleichen kein sterbliches Auge je gesehen hat."

Mögen alle, die sich um den Zustand und das Schicksal der Welt Sorgen machen, den Ansprüchen Bahá'u'lláhs die nötige Beachtung schenken. Mögen sie erkennen, daß die gegen die Grundmauern der Gesellschaft anrennenden Stürme nicht zur Ruhe kommen werden, sofern und ehe nicht bei der Suche nach Lösungen für gesellschaftliche Probleme geistige Grundsätze aktiv eingesetzt werden

 

 

Unsere Hoffnung ist, daß sich die religiösen Führer der Welt und ihre Herrscher vereint für die Neugestaltung dieses Zeitalters und die Wiederherstellung seiner Wohlfahrt erheben werden. Laßt sie, nachdem sie über seine Nöte nachgedacht haben, zusammen beraten und nach sorgsamer, reiflicher Überlegung einer kranken, schwer leidenden Welt das Heilmittel darreichen, dessen sie bedarf. ...

Die an der Macht sind, haben die Pflicht, Mäßigung in allen Dingen zu üben. Was die Grenzen der Mäßigung überschreitet, hört auf, wohltätigen Einfluß auszuüben. Betrachtet zum Beispiel Gegenstände wie Freiheit, Zivilisation und dergleichen. Wie wohlgefällig verständige Menschen sie auch immer betrachten mögen, ins Übermaß gesteigert, werden sie verderblichen Einfluß auf die Menschen haben. ...

Baha‘u‘llah

 

 

„Arbeitet für das Zeitalter des Weltfriedens. Strebt ständig nach Einigkeit. Auf dem Pfade des Dienens müssen Wohlwollen und Liebe eure Werkzeuge sein.

Abdu´l-Baha

 

 

»Alle erschaffenen Dinge«, hat ‘Abdu’l-Bahá, diese Wahrheit erläuternd, bestätigt, »haben ihren Grad oder ihre Stufe der Reife. Die Zeit der Reife im Leben eines Baumes ist die Zeit, da er Früchte trägt … Das Tier erreicht eine Stufe vollen Wachstums und der Vollkommenheit, und im Menschenreich gelangt der Mensch zur Reife, wenn das Licht seines Verstandes seine größte Macht und Entwicklung erreicht … ähnlich gibt es Zeiten und Stufen im gemeinsamen Leben der Menschheit. Einmal durchwanderte sie ihre Kindheitsstufe, späterhin ihre Jugendzeit, aber jetzt ist sie in ihre lange vorhergesagte Reifezeit eingetreten, deren Beweise überall in Erscheinung treten … Was den Bedürfnissen des Menschen in seiner früheren Geschichte angemessen war, ist weder passend noch genügend für die Erfordernisse des heutigen Tages, dieser Zeit des Neuen, der Vollendung. Die Menschheit hat sich aus der einstigen Stufe der Beschränkung und der Vorerziehung erhoben. Der Mensch muss mit neuen Tugenden und Kräften, neuen sittlichen Maßstäben und Fähigkeiten erfüllt werden. Neue Wohltaten und vollkommene Gaben warten auf ihn und senken sich schon auf ihn herab. Die Gaben und Segnungen der Jugendzeit, wenngleich passend und genügend während des Heranwachsens der Menschheit, sind jetzt nicht imstande, den Erfordernissen ihrer Reifezeit zu entsprechen.« »In jeder Sendung«, hat Er weiter geschrieben, »wurde das Licht göttlicher Führung im Brennpunkt einer Hauptaufgabe gesammelt … In dieser wunderbaren Offenbarung, diesem glorreichen Jahrhundert, ist die Grundlage der Religion Gottes und das unterscheidende Merkmal Seines Gesetzes das Bewusstsein der Einheit der Menschheit.«

 

 

Ich bete, daß ihr im göttlichen Eifer wachsen möget und daß die Einigkeit im Geist an Kraft gewinne, auf daß sich die Prophezeiungen erfüllen und in diesem großen Jahrhundert des Lichtes Gottes alle in den Heiligen Büchern aufgezeichneten frohen Botschaften Ereignis werden. Dieses ist die herrliche Zeit, von welcher der Herr Jesus Christus sprach, als Er uns zu beten gebot: "Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden." Ich hoffe, daß dies auch eure Erwartung und eure große Sehnsucht ist.

Wir sind in dem einen Ziel und Hoffen vereint, daß alle eins sein mögen und ein jedes Herz durch die Liebe unseres himmlischen Vaters, Gott, erleuchtet werde.

Möchten alle unsere Taten geistig und alle unsere Interessen und Neigungen auf das Reich der Herrlichkeit gerichtet sein!
Abdu´l-Baha (aus. Ansprachen in Paris)

 

Nun zu deiner Frage über das Wesen der Religion. Wisse, daß die wahrhaft Weisen die Welt mit dem menschlichen Tempel vergleichen. Wie der Körper des Menschen eines Gewandes bedarf, sich zu kleiden, so muß der Menschheit Körper mit dem Mantel der Gerechtigkeit und Weisheit geschmückt sein. Ihr Prachtgewand ist die Offenbarung, die Gott ihr verliehen hat. Wann immer dieses Gewand seinen Zweck erfüllt hat, wird der Allmächtige es gewiß erneuern. Denn jedes Zeitalter fordert ein neues Maß an Gottes Licht. Jede göttliche Offenbarung wurde so herabgesandt, wie sie den Verhältnissen des Zeitalters entspricht, in dem sie erscheint.

Baha‘u‘llah, Ährenlese

 

Die Zeitalter der Unmündigkeit und Kindheit der Menschheit sind vorbei und kehren nie mehr wieder, während das Große Zeitalter, die Vollendung aller Zeitalter, welches das Kommen des Zeitalters des ganzen Menschengeschlechtes bedeutet, erst noch kommen muß. Die Erschütterungen dieses stürmischen Übergangsabschnittes in der Geschichte der Menschheit sind die wesentlichen Vorbedingungen des Zeitalters der Zeitalter und kündigen sein unvermeidliches Nahen an


Dies wird fürwahr die würdige Krönung jenes Prozesses der Vereinigung sein, der, ausgehend von der Familie, der kleinsten Einheit auf der Stufenleiter menschlicher Organisation, nacheinander den Stamm, den Stadtstaat und die Nation ins Leben gerufen hat und fortwährend weiterwirken muß, bis er in der Vereinigung der ganzen Welt gipfelt, dem Endziel und dem krönenden Ruhm der menschlichen Entwicklung auf diesem Planeten. Dieser Stufe nähert sich die Menschheit unwiderstehlich, freiwillig oder gezwungen.

Shogi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen

 

 

In eine solche Übergangszeit gleiten wir jetzt stetig und unwiderstehlich hinein. Inmitten der Schatten, die sich immer dichter um uns scharen, können wir am Horizont der Weltgeschichte schwach den ersten Schimmer von Bahá'u'lláhs überirdischer Herrschaft erkennen.

So undurchdringlich das Düster ist, das die Welt bereits umgibt, ist doch das Gottesgericht, das diese Welt erwartet, erst in Vorbereitung, und keiner kann sich bereits vorstellen, wie finster es werden wird. Wir stehen an der Schwelle eines Zeitalters, dessen Zuckungen zugleich die Todesqualen der alten Ordnung und die Geburtswehen der neuen künden. Durch den zeugenden Einfluß des von Bahá'u'lláh gestifteten Glaubens ist, so kann man sagen, diese neue Weltordnung empfangen worden. Wir können gegenwärtig ihre Bewegungen im Mutterleib eines kreißenden Zeitalters wahrnehmen - eines Zeitalters, das auf die festgesetzte Stunde wartet, in der es seine Last abwerfen und seine schönste Frucht erbringen kann.

»Die ganze Erde«, schreibt Bahá'u'lláh, »ist jetzt in einem Zustand der Trächtigkeit. Der Tag naht heran, da sie ihre edelsten Früchte zeitigt, da ihr die stattlichsten Bäume, die köstlichsten Blüten, die himmlischsten Segnungen entsprießen. Unermeßlich erhaben ist der Hauch, der dem Gewande deines Herrn, des Gepriesenen, entströmt. Denn siehe, Sein Duft ist verbreitet und macht alle Dinge neu. Wohl dem, der begreift.« »Die brausenden Winde der göttlichen Gnade«, verkündet Er in der Súratu'l-Haykal, »sind über alle Dinge gekommen. Jedes Geschöpf ist mit all den Möglichkeiten, die es tragen kann, ausgestattet worden. Und doch haben die Völker der Welt diese Gnade abgelehnt! Jeder Baum ist mit den erlesensten Früchten begabt, jedes Meer mit den leuchtendsten Edelsteinen bereichert worden. Der Mensch selbst wurde mit den Gaben des Verständnisses und der Erkenntnis belehnt. Die ganze Schöpfung ist zur Empfängerin geworden für die Offenbarung des Allbarmherzigen, und die Erde zur Schatzkammer für solche Dinge, die unerforschlich sind für alle außer Gott, der Wahrheit, dem Wissenden um das Ungeschaute. Die Zeit naht, da alles Erschaffene seine Last abwirft. Verherrlicht sei Gott, der Verleiher dieser Gnade, die alles umfaßt, das Sichtbare wie das Unsichtbare!«

 

 

O ihr verehrten Seelen! Die fortgesetzte Nachahmung veralteter überlebter Gewohnheiten machte die Welt finster wie die schwarze Nacht. Die Grundlagen der göttlichen Lehren gingen dem Gedächtnis verloren; ihr Herz und Mark gerieten ganz und gar in Vergessenheit…

Die Nationen waren in einen jämmerlichen Zustand verfallen, wie zerrissene, längst abgetragene Kleider.

Aus dieser schwarzen Finsternis dämmerten die Lehren Bahá'u'lláhs wie der Morgenglanz. Er legte der Welt ein neues, lichtes Gewand an, und dieses neue Gewand sind die Grundsätze, die von Gott herniederkamen.

Jetzt ist das neue Zeitalter angebrochen, die Schöpfung wiedergeboren. Die Menschheit ist zu neuem Leben erwacht. Der Herbst ist vorüber, der belebende Frühling ist gekommen. Alles ist neu gemacht. Künste und Gewerbe sind wiedergeboren, es gibt neue Entdeckungen in der Wissenschaft und neue Erfindungen. Selbst Einzelheiten des täglichen Lebens, wie Bekleidung und persönliche Habe - sogar Waffen: Alles dies wurde gleichfalls erneuert. Die Gesetze und Verfahren jeder Regierung wurden überarbeitet. Erneuerung ist an der Tagesordnung.

Und all dieses Neue hat seinen Ursprung in den frischen Ausgießungen wundersamer Gunst und Gnade vom Herrn des Gottesreiches. Sie haben die Welt erneuert. Deshalb müssen die Menschen gänzlich frei werden von ihren alten Denkmustern, so daß sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf diese neuen Grundsätze richten können, sind sie doch das Licht des Zeitalters  und sein wahrer Geist.

Solange diese Lehren nicht wirksam unter den Menschen verbreitet sind, solange die alten Bahnen und Konzepte nicht verlassen und vergessen sind, wird die Welt des Seins keinen Frieden finden, geschweige denn die Vollkommenheiten des Himmelreichs widerspiegeln.
Abdu´l-Baha

 

 

Der allwissende Arzt legt Seinen Finger an den Puls der Menschheit. Er erkennt die Krankheit und verschreibt in Seiner unfehlbaren Weisheit das Heilmittel, jede Zeit hat ihr eigenes Problem, jede Seele ihre besondere Sehnsucht. Das Heilmittel, dessen die Welt in ihren gegenwärtigen Nöten bedarf, kann nicht das gleiche sein, das ein späteres Zeitalter erfordern mag. Befaßt euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.

Bahá‘u‘llah

 

Dies ist das Zeitalter der Frau. Sie sollte die gleiche Bildung erhalten wie ihr Bruder und das gleiche Vorrecht genießen, denn vor Gott sind alle Seelen gleich. Das Geschlecht spielt seine notwendige Rolle auf der Ebene des Stofflichen, hat aber mit dem Geistigen nichts zu tun. In diesem Zeitalter geistigen Erwachens hat die Welt den Weg des Fortschritts eingeschlagen und die Arena der Entwicklung betreten, in der die Kraft des Geistes die des Körpers übertrifft.

aus: Abdu´l-Baha in London

 

Die Gabe Gottes an dieses erleuchtete Zeitalter ist die Erkenntnis der Einheit der Menschheit und der grundlegenden Einheit der Religion. Der Krieg zwischen den Nationen wird aufhören, und durch den Willen Gottes wird der Größte Frieden kommen; die Welt wird als eine neue Welt gesehen werden, und alle Menschen werden wie Brüder leben.
In alten Zeiten entwickelte sich im Kampf mit wilden Tieren der Instinkt für das Kriegerische. Man braucht ihn nicht länger; nein, man erkennt vielmehr, dass Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis der Menschheit den größten Segen bringen. Feindschaft ist jetzt nur noch die Folge von Vorurteilen.

aus: Abdu´l-Baha in London

 

 

»Ob wohl in vergangenen Religionszyklen Einklang begründet wurde, war in Ermangelung der Mittel die Einheit der Menschheit unerreichbar. Die Kontinente blieben weit voneinander getrennt, ja sogar unter den Völkern eines und desselben Kontinents waren Verbindung und Austausch nahezu unmöglich. Infolgedessen waren der Umgang, die Verständigung und die Einheit zwischen allen Völkern und Geschlechtern der Erde fast unerreichbar. Heute jedoch haben sich die Kommunikationsmittel vervielfacht, und die fünf Kontinente der Erde sind zu einem Ganzen verschmolzen ... Ebenso sind alle Glieder der menschlichen Familie, ob Völker oder Regierungen, Städte oder Dörfer, in steigendem Maße voneinander abhängig geworden. Keiner kann mehr in Selbstgenügsamkeit leben, weil politische Bindungen alle Völker und Nationen vereinen und die Bande des Handels und der Industrie, der Landwirtschaft und des Bildungswesens Tag für Tag stärker werden. Folglich ist die Einheit der ganzen Menschheit heutzutage erreichbar geworden. Wahrlich, dies ist nichts anderes als eines der Wunder dieses wunderbaren Zeitalters, dieses ruhmreichen Jahrhunderts. Die vergangenen Zeitalter waren all dessen beraubt, denn dieses Jahrhundert - das Jahrhundert des Lichtes - ist mit einzigartiger, unvergleichlicher Herrlichkeit, mit Macht und Erleuchtung ausgestattet worden. Schließlich wird man sehen, wie hell seine Lichtstrahlen in der Gemeinschaft der Menschen leuchten werden.«

'Abdu'l-Bahá

 

Bahá'u'lláh erklärte offen und wiederholt, daß Er der lang erwartete Erzieher und Lehrer aller Völker sei, der Vermittler wunderbarer Gnade, die über alle früheren Ausgießungen hinausreiche. In ihr würden alle früheren Religionsformen münden wie Flüsse in das Weltmeer. Er legte den Grund zu einem festen Fundament der Einheit in der ganzen Welt und zur Errichtung jenes herrlichen Zeitalters des Friedens auf Erden, des Wohlgefallens unter den Menschen, von dem die Offenbarer gekündet und die Dichter gesungen haben.

Suchen nach Wahrheit, Einheit der Menschheit, Einheit der Religionen, der Rassen, der Völker, des Ostens und des Westens, Aussöhnung von Religion und Wissenschaft, Ablegen von Vorurteilen und Aberglauben, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Aufrichtung von Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit, Einsetzung eines höchsten übernationalen Gerichtshofs, Einführung einer Welthilfssprache, verbindlicher Erwerb von Wissen - diese und viele andere Lehren gleich diesen wurden durch die Feder von Bahá'u'lláh während der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts in unzähligen Büchern und Sendschreiben, von denen verschiedene an die Könige und Herrscher der Welt gerichtet waren, geoffenbart.

Seine Botschaft, einzigartig in ihrer Verständlichkeit und Weite, ist in wundervoller Weise abgestimmt auf die Zeichen und Nöte der Zeit. Nie waren die neuen Aufgaben, die den Menschen gestellt wurden, so riesenhaft und so verwickelt wie jetzt. Nie waren die angebotenen Lösungen so zahlreich und widerstreitend. Nie war die Not nach einem großen Weltenlehrer so dringend und so weithin spürbar. Vielleicht auch war das Warten auf einen solchen Lehrer noch nie so zuversichtlich und so allgemein.

G. Towsnhend,aus: Bahaú´llah und das neue Zeitalter

An dem Tage, da Gott Muhammad, Seinen Propheten, aussandte, war das Ende des prophetischen Zyklus im Wissen Gottes vorausbestimmt. Ja, dieses Versprechen wurde fürwahr eingelöst, der Ratschluß Gottes ward erfüllt, wie Er es verordnete. Heute leben wir gewißlich in den Tagen Gottes. Dies sind die herrlichen Tage, wie sie die Sonne niemals früher grüßte. Dies sind die Tage, derer die Menschen vergangener Zeiten ungeduldig harrten. Was ist denn über euch gekommen, daß ihr so tief schlaft? Dies sind die Tage, an denen Gott die Sonne der Wahrheit leuchten und strahlen läßt. Was läßt euch da schweigen? Dies sind die verheißenen Tage, die ihr von alters her sehnsüchtig erwartet habt - die Tage des Kommens göttlicher Gerechtigkeit. Danket Gott, o ihr Scharen der Gläubigen!

Bab
 

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