Krisen und neue Wege

Der allwissende Arzt legt Seinen Finger an den Puls der Menschheit. Er erkennt die Krankheit und verschreibt in Seiner unfehlbaren Weisheit das Heilmittel, jede Zeit hat ihr eigenes Problem, jede Seele ihre besondere Sehnsucht. Das Heilmittel, dessen die Welt in ihren gegenwärtigen Nöten bedarf, kann nicht das gleiche sein, das ein späteres Zeitalter erfordern mag. Befaßt euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.

Baha‘u‘llah, Ährenlese

 

Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, ehe nicht ihre Ein­heit fest begründet ist. Diese Einheit kann so lange nicht zustande kommen, als die Ratschläge, die die Feder des Höchsten offenbart hat, unbeachtet bleiben.

Bahá’u’lláh, Ährenlese

 

Die materielle Zivilisation ist wie das Glas um die Lampe, die göttliche Kultur ist die Lampe selbst. Das Glas ohne Licht ist dunkel. Die materielle Zivilisation ist wie der Leib. Sei er auch noch so anmutig, elegant und schön, so ist er dennoch tot. Die göttliche Kultur ist wie der Geist; der Leib erhält sein Leben durch den Geist, sonst ist er ein Leichnam. So ist es klar, daß die Menschenwelt den Odem des Heiligen Geistes braucht. Ohne den Geist ist die Menschenwelt leblos; ohne dieses Licht verbleibt die Menschenwelt in tiefster Finsternis.

‘Abdu’l-Bahá, Briefe und Botschaften

 

Die langen Zeiten der Kindheit und der Minderjährigkeit, welche die Menschheit zu durchschreiten hatte, sind in den Hintergrund getreten. Die Menschheit erlebt jetzt die Erregungen, die unabänderlich mit der stürmischsten Stufe ihrer Entwicklung, dem Jünglingsalter, verbunden sind. In dieser Zeit erreichen jugendliche Unbändigkeit und Heftigkeit den Höhepunkt; sie müssen Schritt für Schritt von der Ruhe, der Weisheit und der Vollendung abgelöst werden, welche die Stufe des Mannesalters kennzeichnen. Dann wird das Menschengeschlecht jene Gestalt der Reife erlangen, die es befähigen wird, alle die Kräfte und Fähigkeiten zu erwerben, von denen seine Entwicklung letztlich abhängt.

Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá’u’lláhs

 

Wer weiß indessen, ob nicht diese wenigen verbleibenden, schnell vorübereilenden Jahre Ereignisse von so unvorstellbarer Größe, härtere Prüfungen, als sie die Menschheit je zu bestehen hatte, und vernichtendere Kämpfe, als sie je vorher dagewesen sind, in sich bergen. Gefahren, und mögen sie auch noch so unheildrohend sein, dürfen zu keiner Zeit den Glanz ihres neu geborenen Glaubens trüben. Streit und Verwirrung, so bestürzend sie auch sein mögen, dürfen nie ihre Sicht beeinträchtigen. Trübsale, so peinigend sie sein mögen, dürfen nie ihre Entschlossenheit erschüttern. Verleumdungen, mögen sie noch so laut sein, dürfen nie ihre Treue untergraben. Umwälzungen, mögen sie noch so verheerend sein, dürfen sie nie von ihrem Kurs abbringen. Der vorliegende Plan, der die knospenden Hoffnungen des hingeschiedenen Meisters verkörpert, muß weiter verfolgt, unnachgiebig verfolgt werden, was immer ihnen in Zukunft zustoßen und wie beunruhigend die Krise auch sein mag, die ihr Land oder die Welt befällt. Weit davon entfernt, in ihrer Entschlossenheit nachzugeben oder ihre Aufgabe zu vernachlässigen, sollten sie zu keiner Zeit und unter keinen noch so widrigen Umständen vergessen, daß das Zusammenfallen einer so welterschütternden Krise mit der fortschreitenden Entfaltung und dem Erfolg ihrer göttlich verordneten Aufgabe selbst das Werk der Vorsehung ist, das Vorhaben einer unerforschlichen Weisheit und die Absicht eines alles bezwingenden Willens, eines Willens, der auf seine eigene geheimnisvolle Weise das Geschick des Glaubens und die Schicksale der Menschen führt und überwacht. Diese gleichzeitigen Vorgänge des Aufstieges und des Unterganges, des Zusammenschlusses und des Auseinanderfallens, der Ordnung und des Chaos mit ihren ständigen und wechselseitigen Auswirkungen aufeinander sind nur Erscheinungen eines einzigen und unteilbaren, größeren Planes, dessen Quelle Gott und dessen Verfasser Bahá'u'lláh ist, der sich auf dem Schauplatz des gesamten Erdballs verwirklicht und dessen letztes Ziel die Einheit und der Frieden der gesamten Menschheit ist.

Shogi Effendi, Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit

 

In der Tat gab es nie zuvor so weit verbreitete, so tiefgreifende soziale, wirtschaftliche oder politische Umwälzungen, wie sie jetzt in verschiedensten Teilen der Welt vor sich gehen. Nie gab es so viele, so verschiedenartige Gefahrenherde, wie sie jetzt die Struktur der Gesellschaft bedrohen. Bedeutsam sind wahrlich die folgenden Worte Bahá'u'lláhs, wenn wir innehalten, um über den gegenwärtigen Zustand einer seltsam verwirrten Welt nachzudenken:

»Wie lange wird die Menschheit in ihrem Eigensinn verharren? Wie lange wird das Unrecht fortbestehen? Wie lange sollen Chaos und Verwirrung unter den Menschen herrschen? Wie lange wird Zwietracht das Antlitz der Gesellschaft zerwühlen? Ach, die Winde der Verzweiflung wehen aus jeder Richtung, und der Hader, der das Menschengeschlecht spaltet und peinigt, nimmt täglich zu. Die Zeichen drohender Erschütterungen und des Chaos sind jetzt deutlich zu sehen, zumal die bestehende Ordnung erbärmlich mangelhaft erscheint.«

Shogi Effendi, Weltordnung Baha’u‘llahs

 

 

 

Die Menschheit ist heute niedergedrückt von Mühsal, Sorge und Kummer. Niemand kann sich ihnen entziehen. Die Welt ist naß von Tränen, doch steht das Heilmittel Gott Lob vor der Türe. Lasset uns unsere Herzen abwenden von der Welt des Stoffes und in der Welt des Geistes leben. Sie allein kann Freiheit geben. Sind wir von Schwierigkeiten umringt, so brauchen wir nur Gott zu rufen, und Seine große Barmherzigkeit wird uns helfen.

Wenn Sorgen und Mißgeschick zu uns kommen, so laßt uns unser Angesicht zum Königreich wenden, und himmlischer Trost wird fließen.

Wenn wir krank und in Not sind, laßt uns um Gottes Heilung flehen, und Er wird unser Beten erhören.

Wenn unsere Gedanken mit der Bitternis dieser Welt erfüllt sind, laßt uns unsere Augen auf die Süße von Gottes Mitleid richten, und Er wird himmlische Ruhe senden. Wenn wir auch in der stofflichen Welt gefangen sind, so kann sich doch unser Geist in die Himmel erheben, und wir werden tatsächlich frei sein.

Wenn sich unsere Tage dem Ende nähern, laßt uns der ewigen Welten gedenken, und wir werden voller Freude sein.

Überall um euch seht ihr die Beweise für die Unzulänglichkeit der stofflichen Dinge und daß Freude, Labsal, Friede und Trost nicht in den vergänglichen Dingen der Welt zu finden sind. Ist es daher nicht töricht, uns zu weigern, diese Schätze dort zu suchen, wo wir sie finden können? Die Tore des geistigen Königreiches sind für alle offen, und außerhalb derselben ist völliges Dunkel.

Abdu´l-Baha, aus: Ansprachen in Paris

 

Der „Kongress der Rassen der Welt“ war eine gute Sache, denn er hatte zum Ziel, die Einheit unter allen Nationen und ein besseres wechselseitiges Verständnis zu fördern und voranzubringen. Die Absicht war gut. Die Anlässe für Streitigkeiten unter verschiedenartigen Nationen sind immer in einer der folgenden Arten von Vorurteilen zu suchen: rassische, sprachliche, theologische, persönliche sowie Vorurteile von Sitte und Tradition. Es bedarf einer weltweit wirkenden Kraft, um diese Uneinigkeit zu überwinden. Für eine unbedeutende Krankheit genügt ein schwaches Heilmittel, aber eine den ganzen Körper durchdringende Krankheit verlangt nach einer starken Arznei. Eine kleine Lampe kann einen Raum erhellen, eine größere ein Haus, eine noch größere die ganze Stadt, aber man braucht eine Sonne, um Licht in die ganze Welt zu bringen.
Sprachverschiedenheiten verursachen Uneinigkeit unter den Nationen. Wir brauchen eine gemeinsame Sprache für die Welt. Glaubensunterschiede sind ebenfalls ein Grund zur Trennung. Die wirkliche Grundlage aller Religionen muss bewiesen und äußerliche Unterschiede müssen beseitigt werden. Es muss zu einer Einheit im Glauben kommen. Diesen Streitigkeiten ein Ende zu setzen ist eine schwierige Aufgabe. Die ganze Welt ist krank und braucht dringend die Macht des Großen Heilers.

Abdu´l Baha in London

 

»Aggression und Konflikt sind tatsächlich in solchem Ausmaß zu Kennzeichen unserer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und religiösen Systeme geworden, dass viele der Ansicht verfielen, derartiges Verhalten sei ein Wesensmerkmal des Menschen und deshalb unausrottbar.«

(Botschaft des Universalen Hauses der Gerechtigkeit vom Oktober 1985)

 

Shoghi Effendi verkündet unzweideutig, dass den Anhängern Bahá'u'lláhs diese Veränderungen wohl mehr verständlich ist durch die Kenntnis der Bahá'í-Schriften:

»"Die mächtigen Auswirkungen dieser titanischen Umwälzung sind nur allein denen verständlich, die die Ansprüche sowohl Bahá'u'lláhs als auch des Báb anerkannt haben. Ihre Anhänger wissen wohl, was sie ausgelöst hat und wohin sie schließlich führen wird." Die Gewissheit dieser Worte leitet sich her aus dem Glauben an Bahá'u'lláh als den göttlichen Boten, der eine neue Ära in der menschlichen Geschichte eröffnete.«

 

Zurzeit konzentrieren sich unsere Gedanken und unsere Gebete auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Freunde Gottes und all jener, unter denen Sie leben. Wir beten auch ernsthaft dafür, dass der Allmächtige Ihnen Gewissheit, Durchhaltevermögen und einen unerschütterlichen Geist schenkt. Mögen Sie sich stets auf die Bedürfnisse der Gemeinden, denen Sie angehören, konzentrieren, auf die Bedingungen der Gesellschaften, in denen Sie leben, und auf das Wohlergehen der gesamten Menschheitsfamilie, der Sie alle als Brüder und Schwestern angehören. Und in Ihren stillen Momenten, in denen keine andere Möglichkeit als das Gebet möglich scheint, laden wir Sie ein, Ihre Bitten den unsrigen anzuschließen und inbrünstig für die Linderung des Leidens zu beten.

Universales Haus der Gerechtigkeit, März 2020

 

 

Weit davon entfernt, die gegenwärtige Phase lediglich als eine Unterbrechung zu betrachten, die geduldig zu ertragen ist, haben sie erkannt, dass der Zustand der Welt die Notwendigkeit dringlicher gemacht hat, der Menschheit bedeutungsvollen Dienst zu erweisen. Natürlich müssen die durchgeführten Aktivitäten den derzeit herrschenden Bedingungen entsprechen, aber es sollte kein Zweifel daran bestehen, dass dies eine Zeit für edle Ziele, hohe Entschlossenheit und intensives Bemühen ist.

Das Universale Haus der Gerechtigkeit, 9. Mai 2020

 

„Es wird ein Herz, das die Liebe zur ganzen Menschheit in sich aufgenommen hat, sicherlich schmerzen, wenn es mit dem Leiden konfrontiert wird, das so viele aufgrund von Uneinigkeit erdulden müssen. Aber die Freunde Gottes können sich nicht von den zunehmenden Unruhen der sie umgebenden Gesellschaft abschotten; sie müssen sich zudem davor hüten, in deren Konflikte verwickelt zu werden oder in deren auf Gegnerschaft beruhenden Methoden hineingezogen zu werden. Ganz gleich, wie düster die Bedingungen zu einem bestimmten Zeitpunkt erscheinen mögen und wie trostlos die unmittelbaren Aussichten für die Verwirklichung der Einheit sind, gibt es dennoch keinen Grund zur Verzweiflung. Der besorgniserregende Zustand der Welt kann uns nur dazu anspornen, unser Engagement für konstruktives Handeln zu verdoppeln. „Dies sind keine Tage des Wohlergehens und des Triumphes“, mahnt Bahá’u’lláh. „Die ganze Menschheit ist von mannigfachen Krankheiten befallen. Bemüht euch darum, ihr durch die heilende Arznei, bereitet von der allmächtigen Hand des nie irrenden Arztes, das Leben zu retten.“

Universales Haus der Gerechtgkeit,18.Jänner 2019

 

 

Dies ist ein neuer Zyklus menschlicher Macht. Alle Horizonte der Welt sind erleuchtet, und die Welt wird wahrhaftig wie ein Garten und ein Paradies werden.                                                 

Es ist die Stunde der Einheit für die Menschenkinder, die Stunde, in der alle Rassen und alle Klassen zueinander finden. Ihr seid von überlieferten abergläubischen Vorstellungen befreit, die die Menschen im Stande der Unwissenheit gehalten und die Grundlagen wahrer Menschlichkeit zerstört haben.
Die Gabe Gottes an dieses erleuchtete Zeitalter ist die Erkenntnis der Einheit der Menschheit und der grundlegenden Einheit der Religion. Der Krieg zwischen den Nationen wird aufhören, und durch den Willen Gottes wird der Größte
Frieden kommen; die Welt wird als eine neue Welt gesehen werden, und alle Menschen werden wie Brüder leben.

Abdu´l-Baha in London

 

 

 

Zur Zeit einer anderen Krise bot ‘Abdu’l-Bahá folgenden Ratschlag an:

„An einem Tag wie diesem, an dem die Stürme der Prüfungen und Drangsale die Welt umspannen und Furcht und Zittern den Planeten aufgewühlt haben, müsst ihr euch mit erleuchtetem Angesicht und strahlender Stirn solcherart über den Horizont der Festigkeit und Standhaftigkeit erheben, dass, so Gott will, das Dunkel der Angst und Bestürzung völlig gebannt werden und das Licht der Zuversicht über dem sichtbaren Horizont aufgehen und in vollem Glanz erstrahlen möge.“

Die Welt bedarf immer mehr der Hoffnung und der Kraft des Geistes, die der Glaube vermittelt.

Wie schwierig die Dinge derzeit auch sein mögen und wie nahe einige Teile der Gesellschaft auch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht werden – die Menschheit wird letztlich durch diese Feuerprobe gehen und daraus mit größerer Einsicht und mit einem tieferen Verständnis für die ihr innewohnende Einheit und gegenseitige Abhängigkeit hervortreten.

Universales Haus der Gerechtigkeit, März 2020

 

 

„Vor Ihnen liegen Zeiten der Prüfung und der Verheißung, der Mühsal und des Fortschritts, der Qual und der Freude. Unter allen Umständen ist der Meister (Abdu´l-Baha) Ihr Trost und Ihre Stütze. Für diejenigen, die nach dauerhaftem Wandel streben, gibt Sein Beispiel Führung auf dem Weg – taktvoll und weise in Seinem Vorgehen, von eindringlicher Sprache, frei von jeglicher Diskriminierung im Umgang mit anderen, unermüdlich in der Anteilnahme für die Unterdrückten, mutig in der Haltung, beharrlich im Handeln, unerschütterlich angesichts von Prüfungen, unbeirrbar in Seinem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Und allen, die sich aufmachen, Ihm nachzueifern, bietet Er diese unumstößliche Gewissheit an: Das, was bestätigt ist, ist „die Einheit der Menschenwelt. Jede Seele, die dieser Einheit dient, wird zweifelsohne unterstützt und bestätigt.”

Das Universale Haus der Gerechtigkeit,22.7.20 an die Bahai der USA

 

Du weißt, wie schwer die Propheten Gottes, Seine Boten und Auserwählten, heimgesucht wurden. Denke ein wenig über den Beweggrund und die Ursache einer solchen Verfolgung nach. Zu keiner Zeit und in keiner Sendung sind die Propheten Gottes der Lästerung ihrer Feinde, der Grausamkeit ihrer Unterdrücker, der Anklage durch die Gelehrten ihres Zeitalters, die unter dem Mantel der Aufrichtigkeit und Frömmigkeit auftraten, entronnen. Tag und Nacht erlitten sie solche Qualen, wie niemand sie ermessen kann, außer dem Wissen des einen, wahren Gottes - gepriesen sei Seine Herrlichkeit!

Bahá'u'lláh, Ährenlese 23:3

 

O Ihr Weisen unter den Nationen! Schließt eure Augen vor Entfremdung; sodann richtet euren Blick auf die Einheit. Haltet euch beharrlich an das, was der ganzen Menschheit Wohlfahrt und Ruhe bringt. Diese Handbreit Erde ist nur eine Heimat und eine Wohnstatt. Euch geziemt es, alle Hoffart aufzugeben, weil sie Entfremdung schafft, und eure Herzen auf das zu richten, was Eintracht stiftet. Bahá'u'lláh

 

 

Bemühet Euch so viel ihr könnt, allen Menschen Freundlichkeit zu erzeigen, verkehret mit allen Menschen in vollkommener Liebe, Zuneigung und Ergebenheit. Beseitigt aus Eurer Mitte alle Vorurteile völkischer, religiöser, politischer und wirtschaftlicher Natur, damit Ihr von allen menschlichen Beschränkungen befreit und die Gründer des Gebäudes der Einheit der Menschheit werden möget. Alle Länder sind ein Land; alle Nationen sind die Kinder eines Vaters.'Abdu‘l-Bahá

 

 

Folge du den Fußspuren deines Herrn und gedenke Seiner Diener so, wie Er deiner gedenkt, unbeirrt vom Lärm der Achtlosen oder vom Schwert des Feindes. … Verbreite weithin die Düfte deines Herrn und zaudere nicht, und wäre es weniger als ein Augenblick, im Dienste Seiner Sache. Es naht der Tag, da der Sieg deines Herrn, des Immervergebenden, des Großmütigsten, kund sein wird.

 

 

 

„Die Winde der Verzweiflung“, schrieb Bahá’u’lláh, „wehen aus jeder Richtung, und der Hader, der das Menschengeschlecht spaltet und peinigt, nimmt täglich zu. Die Zeichen drohender Erschütterungen und des Chaos sind heute deutlich zu sehen, zumal die bestehende Ordnung erbärmlich mangelhaft erscheint.“  …

Die Bahá’í-Religion betrachtet die gegenwärtige Verwirrung in der Welt und den verhängnisvollen Zustand der menschlichen Belange als natürliche Phase in einem unaufhaltsamen organischen Prozeß, hin zur Einigung der Menschheit in einer einzigen Gesellschaftsordnung, deren Grenzen die des Planeten sind.

 

 

Durch alle Zeitalter hindurch sehen wir die Oberfläche der Erde von Blut befleckt. Doch nun ist ein Strahl eines größeren Lichtes erschienen, das menschliche Erkenntnisvermögen ist größer, die Geistigkeit hat zu wachsen begonnen, und es kommt gewiss eine Zeit, da die Religionen der Welt miteinander in Frieden sein werden. Lassen wir ab von dem mißtönenden Streit um äußere Formen und schließen wir uns zusammen, um die göttliche Sache der Einheit voranzutreiben, bis die ganze Menschheit weiß,                                daß sie `eine in Liebe vereinte Familie` ist!

 

 

Seele und Geist des Menschen schreiten fort, wenn er von Leid heimgesucht wird. Je tiefer der Boden gepflügt wird, desto besser wird der Same sprießen und umso reicher die Ernte ausfallen. So wie der Pflug eine tiefe Furche zieht und die Erde von Unkraut und Disteln säubert, so reinigen Leid und Trübsal den Menschen von den Belanglosigkeiten dieses irdischen Lebens, bis er den Zustand völliger Loslösung erreicht. Sein Lebensgefühl hinieden wird dann von göttlicher Glückseligkeit geprägt sein. Man könnte sagen, der Mensch ist unreif; die Hitze des Leidensfeuers wird ihn reifen lassen. Blickt zurück in die Vergangenheit, und ihr werdet sehen, dass die größten Menschen am meisten gelitten haben.

Abdu'l-Bahá, Abdu'l-Bahá in London 142

 

 

Verzweifle nicht, lächle vielmehr durch die Gnade deines Herrn; sei nicht betrübt, wenn dir irdische Schwierigkeiten und Kummer begegnen, denn sie sind vergänglich - und dein sei ewige Unsterblichkeit, Menschenalter und Jahrhunderte, Zeiten und Zyklen hindurch.

Abdu'l-Bahá, Göttliche Lebenskunst 2:2

 

 

Du weißt, wie schwer die Propheten Gottes, Seine Boten und Auserwählten, heimgesucht wurden. Denke ein wenig über den Beweggrund und die Ursache einer solchen Verfolgung nach. Zu keiner Zeit und in keiner Sendung sind die Propheten Gottes der Lästerung ihrer Feinde, der Grausamkeit ihrer Unterdrücker, der Anklage durch die Gelehrten ihres Zeitalters, die unter dem Mantel der Aufrichtigkeit und Frömmigkeit auftraten, entronnen. Tag und Nacht erlitten sie solche Qualen, wie niemand sie ermessen kann, außer dem Wissen des einen, wahren Gottes - gepriesen sei Seine Herrlichkeit!

Bahá'u'lláh, Ährenlese 23:3

 

 

Die Menschheit ist heute niedergedrückt von Mühsal, Sorge und Kummer. Niemand kann sich ihnen entziehen. Die Welt ist naß von Tränen, doch steht das Heilmittel, gottlob, vor der Tür. Lasset uns unsere Herzen abwenden von der Welt des Stoffes und in der Welt des Geistes leben. Sie allein kann Freiheit geben. Sind wir von Schwierigkeiten umringt, so brauchen wir nur Gott zu rufen, und Seine große Barmherzigkeit wird uns helfen. Wenn Sorgen und Mißgeschick zu uns kommen, so laßt uns unser Angesicht zum Königreich wenden, und himmlischer Trost wird fließen. Wenn wir krank und in Not sind, laßt uns um Gottes Heilung flehen, und Er wird unser Beten erhören. Wenn unsere Gedanken mit der Bitternis dieser Welt erfüllt sind, laßt uns unsere Augen auf die Süße von Gottes Mitleid richten, und Er wird himmlische Ruhe senden. Wenn wir auch in der stofflichen Welt gefangen sind, so kann sich doch unser Geist in den Himmel erheben, und wir werden tatsächlich frei sein. Wenn sich unsere Tage dem Ende nähern, laßt uns der ewigen Welten gedenken, und wir werden voller Freude sein.

Abdu'l-Bahá, Göttliche Lebenskunst 2:1

 

 

Wessen wir gegenwärtig Zeuge sind, während "dieser schwersten Krise in der Geschichte der Zivilisation", die uns an Zeiten mahnt, da "Religionen untergehen und geboren werden", das ist das Jünglingsalter in der langsamen und schmerzensreichen Entwicklung der Menschheit, die Vorbereitung zur Erreichung des Zustandes des Mannesalters und der Reife, dessen Verheißung in den Lehren Bahá'u'lláhs enthalten und in Seinen Weissagungen eingeschlossen ist. Der Aufruhr dieses Übergangszeitalters ist charakteristisch für das Ungestüm und die unvernünftigen Naturtriebe der Jugend, für ihre Tollheiten, ihre Verschwendung, ihren Stolz, ihre Selbstsicherheit, ihr aufrührerisches Wesen und ihre Mißachtung von Disziplin.

Shogi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen

 

 

Zur Zeit einer anderen Krise bot ‘Abdu’l-Bahá folgenden Ratschlag an: „An einem Tag wie diesem, an dem die Stürme der Prüfungen und Drangsale die Welt umspannen und Furcht und Zittern den Planeten aufgewühlt haben, müsst ihr euch mit erleuchtetem Angesicht und strahlender Stirn solcherart über den Horizont der Festigkeit und Standhaftigkeit erheben, dass, so Gott will, das Dunkel der Angst und Bestürzung völlig gebannt werden und das Licht der Zuversicht über dem sichtbaren Horizont aufgehen und in vollem Glanz erstrahlen möge.“ Die Welt bedarf immer mehr der Hoffnung und der Kraft des Geistes, die der Glaube vermittelt. Geliebte Freunde, Sie sind natürlich schon lange damit beschäftigt, innerhalb von Gruppen von Menschen genau die Eigenschaften zu pflegen, die in dieser Zeit erforderlich sind: Einheit und Zusammengehörigkeitsgefühl, Wissen und Verständnis, einen Geist gemeinsamer Andacht und des gemeinsamen Bemühens.

Universales Haus der Gerechtigkeit, März 2020

 

Ihre Resilienz sowie Ihr unerschütterlicher und trotz aller Schwierigkeiten beständiger Einsatz für das Wohlergehen der Menschen um Sie herum erfüllen uns mit großer Hoffnung. Aber es ist nicht verwunderlich, dass in einigen anderen Gegenden die Quellen der Hoffnung erschöpft sind. Die Weltbevölkerung erkennt zunehmend, dass die kommenden Jahrzehnte Herausforderungen mit sich bringen werden, die zu den bedrohlichsten gehören, denen sich die Menschheitsfamilie je stellen musste. Die gegenwärtige globale Gesundheitskrise ist nur eine solche Herausforderung und es ist noch ungewiss, welchen Preis an Menschenleben und Lebensgrundlagen sie letztlich fordern wird; sicherlich müssen Sie Ihre Bemühungen aufrechterhalten, einander, wie auch Ihren Schwestern und Brüdern in der umgebenden Gesellschaft zu helfen und beizustehen, und dies an einigen Orten ausweiten.

Botschaft Universales Haus der Gerechtigkeit, 25.11.2020

 

Universeller Friede ist die Bestimmung, auf die sich die Menschheit über Jahrhunderte hinweg zubewegt – unter dem Einfluss des Wortes Gottes, das der Schöpfer Seinen Geschöpfen nach und nach übermittelt. Shoghi Effendi beschrieb das Voranschreiten der Menschheit auf dem Weg zu einer neuen, globalen Stufe in ihrem kollektiven Leben als eine gesellschaftliche Entwicklung, »eine Entwicklung, die ihren Uranfang in der Geburt des Familienlebens hat, deren weitere Entfaltung zur Stammeseinheit und zur Bildung des Stadtstaates führte, und die sich später zur Bildung unabhängiger, souveräner Nationen erweiterte«. Nun, mit dem Kommen Bahá’u’lláhs, steht die Menschheit an der Schwelle zu ihrer Reife. Die Einheit der Welt ist endlich möglich. Eine mit der Zustimmung der Menschheit die Nationen vereinende globale Ordnung ist die einzige angemessene Antwort auf die destabilisierenden Kräfte, die die Welt bedrohen.

Universales Haus der Gerechtigkeit: aus einer Botschaft vom 18.1.2019

 

Es wird ein Herz, das die Liebe zur ganzen Menschheit in sich aufgenommen hat, sicherlich schmerzen, wenn es mit dem Leiden konfrontiert wird, das so viele aufgrund von Uneinigkeit erdulden müssen. Aber die Freunde Gottes können sich nicht von den zunehmenden Unruhen der sie umgebenden Gesellschaft abschotten; sie müssen sich zudem davor hüten, in deren Konflikte verwickelt zu werden oder in deren auf Gegnerschaft beruhenden Methoden hineingezogen zu werden. Ganz gleich, wie düster die Bedingungen zu einem bestimmten Zeitpunkt erscheinen mögen und wie trostlos die unmittelbaren Aussichten für die Verwirklichung der Einheit sind, gibt es dennoch keinen Grund zur Verzweiflung. Der besorgniserregende Zustand der Welt kann uns nur dazu anspornen, unser Engagement für konstruktives Handeln zu verdoppeln. »Dies sind keine Tage des Wohlergehens und des Triumphes«, mahnt Bahá’u’lláh. »Die ganze Menschheit ist von mannigfachen Krankheiten befallen. Bemüht euch darum, ihr durch die heilende Arznei, bereitet von der allmächtigen Hand des nie irrenden Arztes, das Leben zu retten.

Universales Haus der Gerechtigkeit: aus einer Botschaft vom 18.1.2019

 

Gewiss kann also niemand, der sich des Zustands der Welt bewusst ist, umhin, das Beste für dieses Unterfangen zu geben und nach diesen Bestätigungen zu suchen – Bestätigungen, die auch wir in Ihrem Namen an der Heiligen Schwelle ernstlich erflehen. Geliebte Freunde: Die hingebungsvollen Bemühungen, die Sie und Ihre gleichgesinnten Mitgestalter unternehmen, um auf geistige Prinzipien gegründete Gemeinden aufzubauen, um diese Prinzipien zur Besserung Ihrer jeweiligen Gesellschaft anzuwenden und um die daraus resultierenden Erkenntnisse anzubieten, sind der sicherste Weg, mittels dessen Sie die Erfüllung der Verheißung des Weltfriedens beschleunigen können.

Universales Haus der Gerechtigkeit: aus einer Botschaft vom 18.1.2019

 

Die Propheten Gottes sollten als Ärzte angesehen werden, deren Aufgabe es ist, das Wohlergehen der Welt und ihrer Völker zu fördern, damit sie durch den Geist der Einheit das Siechtum einer entzweiten Menschheit zu heilen vermögen. Niemand hat das Recht, ihre Worte in Frage zu stellen oder ihr Verhalten zu schmälern, denn sie sind die einzigen, die behaupten können, den Kranken verstanden und seine Leiden richtig erkannt zu haben. Kein Mensch, wie genau seine Wahrnehmung auch sei, kann jemals hoffen, die Höhen der Weisheit und des Verständnisses zu erreichen, die der göttliche Arzt einnimmt. Was Wunder, wenn die von dem Arzt verordnete Behandlung an diesem Tage nicht dieselbe ist wie die, die er früher verordnet hat. Wie könnte es anders sein, wenn die Übel, die den Leidenden befallen, in jedem Stadium seiner Krankheit ein anderes Heilmittel erfordern? So fordern auch die Propheten Gottes jedesmal, wenn sie die Welt mit dem Strahlenglanz der Sonne göttlichen Wissens erleuchtet haben, die Menschen unablässig auf, das Licht Gottes anzunehmen - mit Mitteln, die am besten den Erfordernissen des Zeitalters entsprechen, in dem sie erscheinen. Auf diese Weise waren sie imstande, das Dunkel der Unwissenheit zu zerstreuen und die Herrlichkeit ihrer Erkenntnis über die Welt zu verbreiten. Auf das innerste Wesen dieser Propheten muß daher das Auge jedes Urteilsfähigen gerichtet sein, weil ihre eine und einzige Absicht immer war, die Irrenden zu führen und den Leidenden Frieden zu bringen. Dies sind keine Tage des Wohlergehens und des Triumphes. Die ganze Menschheit ist von mannigfachen Krankheiten befallen. Bemüht euch deshalb, ihr durch die heilende Arznei, welche die allmächtige Hand des nie irrenden Arztes bereitet hat, das Leben zu retten.

Baha’u’llah, Ährenlese

 

Inniggebliebte Freunde! Genügend ist gesagt, und die herangezogenen Abschnitte aus den Schriften des Báb, Bahá'u'lláhs und 'Abdu'l-Bahás sind zahlreich und mannigfach genug, um den gewissenhaften Leser von der Erhabenheit dieses in der religiösen Weltgeschichte einzigartigen Zyklus zu überzeugen. Es wäre ganz unmöglich, seine Bedeutung zu übertreiben oder den Einfluß zu überschätzen, den er hervorgerufen hat und in wachsendem Maße weiter hervorrufen muß, sobald sich sein großer Plan inmitten der Umwälzungen einer zusammenbrechenden Zivilisation entfaltet.

Shogi Effendi, Die Weltodnung Baha'u´llahs

 

»Jeder Anhänger Bahá’u’lláhs weiß wohl, dass es der Zweck Seiner Offenbarung ist, eine neue Schöpfung hervorzubringen. „Kaum war … der Erste Ruf Seinen Lippen entströmt, da war die ganze Schöpfung umgewälzt; alle in den Himmeln und alle auf Erden wurden bis tief ins Herz aufgewühlt.“«

 

»Bin ich bewaffnet mit der Macht Deines Namens, so kann nichts mich verwunden, und mit Deiner Liebe im Herzen können alle Trübsale dieser Welt mich nicht schrecken

Baha‘u‘llah

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