Selbständige Suche nach Wahrheit

So kam es, dass, als Hass und Feindschaft, Kampf, Gemetzel und große Herzenskälte diese Welt regierten und Finsternis über die Nationen hereinbrach, am Horizont Persiens Bahá‘u‘lláh wie ein heller Stern erschien und mit dem machtvollen Licht der Führung leuchtete, himmlischen Strahlenglanz spendete und die neue Lehre stiftete.
Er sprach von den höchsten Tugenden des Menschen. Er machte die Kräfte des Geistes offenbar und zeigte, wie sie sich in der Welt, die Er vorfand, in die Praxis umsetzen lassen.
Erstens: Er legt großen Nachdruck auf das Suchen nach Wahrheit. Dies ist von höchster Bedeutung, denn die Menschen lassen sich nur zu leicht von Traditionen leiten. Allein aus diesem Grund entstehen oft Feindschaft und Streit.

Das Offenbarwerden der Wahrheit jedoch macht das zuvor Dunkle plötzlich erkennbar und wird zur Ursache der Harmonie zwischen Glaubensrichtungen und Bekenntnissen, denn die Wahrheit kann nicht zweigeteilt sein! Das ist nicht möglich.

 

 

Der Mensch muß ein Sucher nach der Wahrheit sein; und er wird sie in jedem der geheiligten Wesen finden.

Er muß hingerissen und bezaubert sein und hingezogen zu den göttlichen Gnadengaben; er soll dem Schmetterling gleichen, der das Licht liebt, in welcher Lampe es auch strahlt, und sein wie die Nachtigall, die trunken ist von der Rose, in welchem Garten sie auch blühen mag.

Abdu´l-Baha

 

 

Der aufrichtige Sucher sollte so nach der Wahrheit forschen, wie die durstige Seele nach dem Wasser des Lebens dürstet, wie der Fisch nach dem Meere verlangt, wie der Kranke, der sich nach dem wahren Arzt sehnt, um göttliche Heilung zu finden, wie die verirrte Karawane, die den rechten Weg sucht, und wie das steuerlose Schiff, das die rettende Küste erreichen möchte.

Auch muß der Sucher besondere Eigenschaften besitzen. Zuerst sollte er gerecht und losgelöst sein von allem außer Gott, sein Herz sollte er ganz dem göttlichen Horizont zuwenden, und von der Bindung an Leidenschaften und Laster sollte er frei sein, denn sie alle sind Hemmnisse für ihn. Darüber hinaus muß er alle Heimsuchungen ertragen können, in größter Reinheit und Heiligkeit leben und unabhängig von Liebe und Haß gegenüber den Erdenbewohnern sein. Warum? Weil seine Liebe zu einer Seite ihn daran hindern könnte, der anderen gerecht zu werden, und ebenso könnte irgendeine Art von Haß ihn davon abhalten, die Wahrheit zu erkennen.

Dies ist die Voraussetzung für das Suchen, und der Sucher muß diese Eigenschaften und Merkmale besitzen. Solange er diese Stufe nicht erreicht, ist es für ihn unmöglich, zur Sonne der Wahrheit zu gelangen.

 

 

Das Licht ist gut, in welcher Lampe es auch brennen mag,

eine Rose schön, in welchem Garten sie auch blühen mag. Ein Stern hat den gleichen Glanz, ob er aus dem Osten oder aus dem Westen scheint. Seid vorurteilsfrei, so werdet ihr die Sonne der Wahrheit lieben, an welchem Punkte des Horizontes sie auch aufgeht! Ihr werdet erkennen, daß das göttliche Licht der Wahrheit, wenn es in Jesus Christus schien, dann auch in Moses und in Buddha leuchtete. Der ernsthaft suchende wird zu dieser Wahrheit finden. Das ist die Bedeutung der, „Suche nach Wahrheit". sie bedeutet auch, daß wir gewillt sein müssen, alles beiseite zu legen, was wir früher gelernt haben und was unsere Schritte auf dem Weg zur Wahrheit hindern könnte. Wir dürfen nicht davor zurückschrecken, nötigenfalls unsere Erziehung von vorne zu beginnen. Wir dürfen unser Auge nicht durch die Liebe zu irgend einer Religion oder Person derartig blenden lassen, daß uns der Aberglaube in Fesseln schlägt. Wenn wir uns von allen diesen Banden lösen und mit ungebundenen Sinnen suchen, so werden wir auch fähig sein, ans Ziel zu gelangen.

Abdu´l-Baha

 

 

Bedenket, was den Menschen von den übrigen erschaffenen Wesen unterscheidet und ihn zu einem besonderen Geschöpf macht. Ist es nicht seine Urteilsfähigkeit, seine Intelligenz, und sollte er sich nicht in seinem religiösen Forschen ihrer bedienen? Ich sage euch: wäget alles, was euch als Religion geboten wird, sorgfältig auf der Waage der Vernunft und Wissenschaft. Wenn es die Probe besteht, so nehmt es an, denn es ist die Wahrheit. Stimmt es hingegen nicht damit überein, so weist es zurück, denn es ist dann Unwissenheit.

Blicket um euch und erkennet, wie die heutige Welt in Aberglauben und äußeren Formen untergeht!

Manche beten das Werk ihrer eigenen Einbildung an; sie machen sich einen selbsterdichteten Gott und verehren ihn, wenn das Erzeugnis ihres endlichen Verstandes nicht der unendliche, mächtige Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren sein kann. Andere beten die Sonne oder Bäume und Steine an. In früheren Zeiten gab es Menschen, die das Meer, die Wolken und selbst den Staub verehrten.

Heute sind die Menschen in ihrer Verehrung derartig von äußeren Formen und Zeremonien abhängig geworden, daß sie so lange über einzelne kirchliche Bräuche oder besondere Übungen streiten, bis man allerseits über ermüdende Erörterungen und Unruhe klagen hört. Es gibt Menschen, die einen schwachen Intellekt besitzen, und ihre Verstandeskräfte sind nicht entwickelt; aber man darf nicht etwa die Kraft und Macht der Religion wegen der Begriffsunfähigkeit dieser Menschen in Zweifel ziehen.

Abdu´l-Baha, aus: Ansprachen in Paris

 

 

Wahrlich, Du bist eines jeden ernsten Suchers höchstes Verlangen und das Ziel der Sehnsucht derer, die sich nach Dir sehnen. Du bist Er, der bereit ist, dem Rufe derer zu antworten, die Deine göttliche Einheit erkannt haben, und Er, vor dem die Verzagten in Ehrfurcht stehen. Du bist der Helfer der Bedürftigen, der Befreier der Gefangenen, der Tyrannenstürzer, der Zerstörer der Übeltäter, der Gott aller Menschen, der Herr alles Erschaffenen. Dein sind die Reiche der Schöpfung und der Offenbarung, o Du Herr aller Welten.

O Allgenügender! Du genügst Mir in jeder Drangsal, die Mich befallen, in jedem Leid, das sich vor Mir auftürmen mag. Du bist Mein einziger Gefährte in Meiner Einsamkeit, Meines Herzens Wonne in Meiner Verlassenheit, Mein Meistgeliebter in Meinem Kerker und Meiner Wohnstatt. Kein Gott ist außer Dir!

Wem Du genügest, den soll kein Gram bedrücken; wen Du beschützest, wird nie vergehen; wem Du hilfst, der wird niemals erniedrigt; auf wen Du blickst, der soll Dir niemals ferne sein.

So schreibe für uns alles nieder, was von Dir ist, und vergib uns, was wir sind. Wahrlich, Du bist der Herr der Macht und Herrlichkeit, der Herr aller Welten! »Fern sei der Herrlichkeit Deines Herrn, des Herrn aller Größe, was sie Ihm zuschreiben, und Friede sei auf Seinen Gesandten, und Preis sei Gott, dem Herrn aller Welten.

Bab

 

 

Wir sollten uns daher von den äußeren religiösen Formen und Bräuchen lösen. Wir müssen uns vergegenwärtigen, daß diese Formen und Bräuche, wie schön sie auch immer seien, nur Gewändern gleichen, in die das warme Herz und die lebendigen Glieder der göttlichen Wahrheit eingehüllt sind. Wir müssen die Vorurteile der Überlieferung fallen lassen, wenn wir die Wahrheit mit Erfolg im Kern von allen Religionen finden wollen. Wenn ein Zoroastrier glaubt, daß die Sonne Gott sei, wie vermag er sich dann mit anderen Religionen zu verbinden? Wie können die Götzendiener die Einheit Gottes fassen, wenn sie an ihre verschiedenen Götzen glauben?

Es ist daher klar, daß wir, um irgend welche Fortschritte in der Suche nach Wahrheit zu erzielen, dem Aberglauben entsagen müssen. Würden alle Suchenden diesem Grundsatz folgen, so würden sie die Wahrheit klar zu schauen vermögen.

Wenn sich fünf Menschen zusammentun, um die Wahrheit zu erforschen, so müssen sie damit beginnen, daß sich jeder über seine einzelne besondere Lage hinwegsetzt und alle vorgefaßten Meinungen fallen läßt. Um die Wahrheit zu finden, müssen wir von unseren Vorurteilen, unseren eigenen kleinlichen, alltäglichen Vorstellungen lassen; ein offener, empfänglicher Sinn ist nötig. Wenn unser Kelch vom ich erfüllt ist, so ist in ihm kein Baum mehr für das Wasser des Lebens. Die Tatsache, daß wir meinen, selber im Recht zu sein und jeden anderen für im Unrecht halten, ist das größte aller Hindernisse auf dem Weg zur Einheit, und Einheit ist nötig, wenn wir zur Wahrheit kommen wollen, denn die Wahrheit ist nur eine.
Darum sollten wir gebieterisch den eigenen persönlichen Vorurteilen und dem Aberglauben entsagen, wenn wir ernstlich die Wahrheit zu erforschen wünschen. Wenn unser Verstand nicht zwischen Dogmen, Aberglauben und Vorurteilen auf der einen und der Wahrheit auf der anderen Seite unterscheidet, so können wir nicht zum Ziel gelangen. Suchen wir irgend etwas ernstlich, so werden wir uns allenthalben danach umtun. An diesen Grundsatz müssen wir uns in unserer Wahrheitssuche halten.

 

 

Auch wenn ihr Menschen trefft, deren Meinung von der euren abweicht kehrt euch nicht ab von ihnen, alle suchen die Wahrheit, und es gibt vielerlei Wege, die zu ihr führen. Wahrheit kann verschieden erscheinen, doch bleibt sie immer und ewig `eine`.

Laßt nicht Verschiedenheiten der Meinung oder Mannigfaltigkeit des Denkens euch von eurem Nebenmenschen trennen oder in euren Herzen zur Ursache von Wortstreit, Haß und Hader werden.

Forschet vielmehr fleißig der Wahrheit nach und machet alle Menschen zu euren Freunden.

Jeder Bau besteht aus vielen verschiedenen Steinen, und doch hängt jeder Stein derartig von den übrigen ab, daß das ganze Gebäude leiden würde, wollte man nur einen davon verrücken. Ist `ein Stein` fehlerhaft, so ist das ganze Gefüge unvollkommen.

Abdu´l-Baha, aus: Ansprachen in Paris

 

Der wahrhaft Sucher verfolgt nichts anderes als den Gegenstand seines Verlangens, und der Liebende hat kein Ziel als die Vereinigung mit dem Geliebten.

Doch wird der Sucher nur dann sein Ziel erreichen, wenn er allen Dingen entsagt:

Er muss alles, was er gesehen, gehört und verstanden hat, in den Wind schlagen können, um in das Reich des Geistes zu kommen, das die Stadt Gottes ist.

Ernste Bemühung ist nötig in unserem Suchen nach Ihm und heißer Eifer, damit wir den Honig der Vereinigung mit ihm zu kosten vermögen. Doch trinken wir aus diesem Kelch, so werden wir die Welt von uns werfen.“

Bahá’u’lláh, Die Sieben Täler 31

 

 

Die erste Lehre ist das unabhängige Forschen nach der Wahrheit; denn blinde Nachahmung des Vergangenen läßt den Geist verkümmern. Sobald aber jede Seele nach der Wahrheit forscht, ist die Gesellschaft befreit vom Dunkel des ständigen Wiederholens der Vergangenheit.

Abdu´l-Baha, aus: Briefe und Botschaften

 

 

Wenn ein wahrer Sucher sich entschließt, mit forschendem Schritt den Pfad zu betreten, der zur Erkenntnis des Altehrwürdigen der Tage führt, muß er vor allem sein Herz, den Sitz der Offenbarung der inneren Mysterien Gottes, vom trübenden Staub allen erworbenen Wissens und von den Andeutungen der Verkörperungen satanischer Wahngebilde reinigen. Er muß seine Brust, das Heiligtum der immerwährenden Liebe des Geliebten, von jeder Befleckung läutern und seine Seele von allem heiligen, was dem Wasser und dem Lehm zugehört, von allen schattenhaften, flüchtigen Verhaftungen. Er muß sein Herz so läutern, daß kein Rest von Liebe oder Haß darin verbleibt, damit weder Liebe ihn blind zum Irrtum leite noch Haß ihn von der Wahrheit scheuche.

Bahaú´llah

 

 

O mein Gott! O mein Gott!

Wahrlich, diese Diener wenden sich zu Dir und flehen demütig zum Königreich Deines Erbarmens. Wahrlich, sie sind hingezogen zu Deiner Heiligkeit und entflammt vom Feuer Deiner Liebe. So suchen sie Bestätigung aus Deinem wundersamen Königreich und hoffen, in Dein himmlisches Reich aufgenommen zu werden. Wahrlich, sie sehnen sich danach, dass Deine Gnadengaben auf sie niederkommen, dass die Sonne Deines Seins sie erleuchte. O Herr! Mache sie zu strahlenden Leuchten, zu Zeichen der Barmherzigkeit, zu früchtebeladenen Bäumen und leuchtenden Sternen. Lass sie sich hervortun in Deinem Dienste, mit Dir verbunden durch die Bande Deiner Liebe, voll Sehnsucht nach den Lichtern Deiner Gunst. O Herr! Mache sie zu Zeichen der Führung, zu Bannern Deines unsterblichen Reiches, zu Wogen aus dem Meere Deines Erbarmens, zu Spiegeln Deines majestätischen Lichtes.

Wahrlich, Du bist der Freigebige. Wahrlich, Du bist der Kostbare, der Geliebte!

‘Abdu’l-Bahá

 

 

O Sohn des Geistes! Von allem das Meistgeliebte ist Mir die Gerechtigkeit. Wende dich nicht ab von ihr, wenn du nach Mir verlangst, und vergiß sie nicht, damit Ich dir vertrauen kann. Mit ihrer Hilfe sollst du mit eigenen Augen sehen, nicht mit denen anderer, und durch eigene Erkenntnis Wissen erlangen, nicht durch die deines Nächsten.

Bahá'u'lláh, Verborgene Worte arab. 2

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